Memento e.V. Hamburg

1. Günter Müller            12.08.1941   -   11.04.1986   

Günter gehörte zu den Mitbegründern der Hamburger AIDS-Hilfe, war im Magnus Hirschfeld Centrum (MHC) aktiv und verkehrte in der Hamburger Lederszene. Seine sauerländische Familie hatte sich von ihm losgesagt. Als die Bild-Zeitung in Müllers Heimatort recherchierte, versuchte seine Mutter verzweifelt, einen Artikel zu verhindern: „Wir können doch hier nicht weiterleben, wenn jeder weiß, was für ein Leben er da geführt hat.“ Daraufhin fand er seine letzte Ruhe in einem Einzelgrab auf dem Ohlsdorfer Friedhof, welches 2011 nach dem Ablauf der 25-jährigen Ruhezeit  aufgelöst wurde. Das Hamburger Abendblatt widmete Müller damals einen Bericht; er war der 27. Aidstote in der Hansestadt.


2. Sven Möller              24.10.1948   -   24.03.1987

Sven Möller engagierte sich in Hamburg Hamburgfür die Rechte der Schwulen Community und der Menschen mit HIV/AIDS.

 

3. Kurt Raab                 20.07.1941  -   28.06.1988

Kurt Raab war an über 70 Kino- und Fernsehfilmen als Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Dramaturg oder Ausstatter beteiligt. Allein mit Rainer Werner Fassbinder kooperierte er in 31 Filmprojekten. Als er 1988 in Hamburg mit 47 Jahren an den Folgen von Aids im Hamburger Tropeninstitut starb, musste er auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt werden. Seine bayerische Heimatgemeinde hatte dem Toten damals eine Erdbestattung verweigert – aus Angst vor der Immunschwächekrankheit. Daraufhin fand er seine letzte Ruhe in einem Einzelgrab auf dem Ohlsdorfer Friedhof, welches 2012 nach dem Ablauf der 25-jährigen Ruhezeit aufgelöst wurde.

 

(Quelle: Raimund Wolfert)

4. Carl Stoewahs          20.09.1929   -   22.02.1993

5. Claus Fischdick         02.11.1939   -   13.11.1989

Carl Stoewahs und Claus Fischdick gehörten zu den ersten schwulen Männern in der Bundesrepublik Deutschland, welche sich im Fernsehen selbstbewusst öffentlich als Homosexuelle zu erkennen gaben. (1970 + 1972) Sie waren außerdem Gründungsvorstandsmitglieder des IHWO (Internationale Homophile Welt-Organisation - Gruppe Norddeutschland e.V. / 1969 - 1974) Mitte der 80er Jahre wandten sie sich in einem Leserbrief gegen die durch AIDS ausgelöste Hysterie. Sie schrieben damals: auch in Zukunft stürben die Schwulen eher an Krebs oder Herz- und Kreislauferkrankungen als an AIDS. Galt dieser Satz auch nicht für sie selbst, so haben die Fortschritte in der medizinischen Forschung und Versorgung ihren Satz bestätigt.

(Quellen: 1. Mann für Mann: biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannmännlicher Sexualität im deutschen Sprachraum Teil 1, herausgegeben von Bernd-Ulrich Hergemöller, Nicolai Clarus / LIT Verlag Münster  -  2. Dr. Gottfried Lorenz)

 

 

   

    

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